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Die grosse Stille –
Malerei und Skulpturen aus Japan

«Stille» ist ein Schlüsselwort zur japanischen Kultur. An heiligen Orten in der Natur, aber auch in kunstvollen Gärten gilt Stille als Ausdruck von Harmonie und Göttlichem und bildet so einen Gegenpol zur Vergänglichkeit des Materiellen. Auch die Malerei Ostasiens ist geprägt vom Suchen nach Stille, die Raum und Zeit auflöst und Ausdruck des «richtigen Weges» ist – insbesondere im Rahmen der Teezeremonie. Einen wesentlichen Bestandteil der Teezeremonie macht das meditative Betrachten eines Rollbildes oder einer Kalligraphie aus. In der Stille sind alle Wesen gleich, sie kann verstanden und erfahren werden; nicht als Mass sondern Grundlage dieser Welt und als wichtigstes Gefäss der schöpferischen Kraft.

Die Ethnographie am Bernischen Historischen Museum besitzt eine der grössten Japonica-Sammlungen der Schweiz. Unter dem Titel «Die grosse Stille – Malerei und Skulptur aus Japan» zeigte sie in einer Sonderausstellung eine Auswahl der schönsten Stücke. Japanische Malereien auf Papier, Goldgrund und kostbarer Seide sowie vergoldete Holzskulpturen der religiösen Kunst des 16. bis 16. Jahrhundert machten dabei den Hauptteil aus. Raum und Geräte der seit Jahrhunderten lebendigen Teezeremonie bildeten ein weiteres Kernstück und öffneten den Zugang zu der von kontemplativer Ruhe getragenen Kunst Japans.

Katalog: «Die grosse Stille», ca. 100 Seiten, mit zahlreichen Farbabbildungen, CHF 25.–.