![]() Der prachtvolle Prunkhelm eines keltischen Kriegers aus Eisen und Bronze, veredelt mit Gold und Koralle, um 350 v. Chr. Musée d’Angoulême; Foto G. Martron
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Die AusstellungKeltische Kunst Die Kelten sind das erste namentlich bekannte Volk nördlich der Alpen. Im 5.–3. Jahrhundert v.Chr. ist keltische Kultur von den Britischen Inseln bis nach Italien und von Frankreich bis nach Bulgarien verbreitet. Keltische Kunst beginnt um 700 v.Chr. und entwickelt sich im Austausch mit etruskischer und griechischer Kunst zu eigenständiger Form.
Wie hat sich der typische keltische Kunststil entwickelt? Welches sind die historischen Hintergründe für diesen ersten Beitrag des Nordens an die europäische Kunstgeschichte?
Zum ersten Mal widmet sich eine Ausstellung der Kunst der Kelten von ihren Anfängen in Mitteleuropa bis zu ihrem Ausklang in Irland um 700 n.Chr.
Die Ausstellung Im neuen Erweiterungsbau des Historischen Museums Bern zeigt die Ausstellung auf über 1200m2 eine exquisite Auswahl von rund 450 keltischen Kunstschätzen aus ganz Europa.
Prachtvoller Schmuck und reich verzierte Gebrauchsgegenstände aus Bronze, Eisen, Silber und Gold, kostbare Grabbeigaben und kultische Objekte mit komplizierten Mustern oder Darstellungen fantastischer Wesen zeugen vom meisterlichen Kunstschaffen der Kelten.
Die Ausstellung bietet einen ersten Blick auf kürzlich entdeckte, spektakuläre Neufunde aus Frankreich, welche die Öffentlichkeit noch nicht zu Gesicht bekam und zeigt als besonderen Glanzpunkt zum ersten Mal ausserhalb von Deutschland den Grabschatz des berühmten Keltenfürsten von Hochdorf
Modernste Ausstellungstechnik macht den Aufbau der komplexen und oft rätselhaften Ornamentik der Objekte verständlich. Im Dialog mit Zeugnissen der klassischen Antike werden Motiv- und Stilentwicklung erlebbar gemacht.
Eine Produktion des Historischen Museums Bern in Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum Württemberg in Stuttgart |
Rankenwerk des Waldalgesheimstils: Der Helm von Canosa di Puglia (Italien), um 330 v. Chr.,
Berlin, Staatliche Museen, Antikensammlung
Modellierte Fratzen des Plastischen Stils: Wagenteile aus Mezek (BG), um 270 v. Chr.,
Sofia, National Archaeological Institute with Museum.
Grafische Verzierungen des Schwertstils: Die Schwertscheide von Cernon-sur-Coole (Frankreich), um 280 v. Chr., Châlons-en-Champagne, Musées des Beaux-Arts et d’Archéologie.
Zwischen Realismus und Abstraktion: Die Holzfiguren von Fellbach-Schmiden (Deutschland), 127 v. Chr., Stuttgart, Landesmuseum Württemberg.
Keltisches und römisches Multikulti: Die gallorömische Bärengöttin von Muri bei Bern (Schweiz), um 200 n. Chr., Bern, Historisches Museum.
Nachleben der keltischen Ornamentik: Das irische Evangeliar aus dem Kloster St. Gallen (CH), um 750 n. Chr., Stiftsbibliothek St. Gallen.
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Zeittafel
7. bis 6. Jahrhundert v. Chr.: Geometrische Strenge Mit Linienmuster werden streng geordnete Kompositionen gestaltet. Dabei werden Grundmuster regelmässig wiederholt und aneinandergereiht. Farbliche Kontraste heben in der Keramik die einzelnen Muster hervor.
Mitte 5. Jahrhundert v. Chr.: Erste Nennung
5. Jahrhundert v. Chr.: Der Frühe Stil Der Austausch mit der Mittelmeerwelt löst in Nordwesteuropa eine künstlerische Dynamik aus. Die keltischen Künstler entwickeln pflanzenähnliche Ornamente, und mit dem Zirkel konstruieren sie Kreismuster. Masken und Fratzen werden zu einem bestimmenden Element des Frühen Stils.
4. Jahrhundert v. Chr.: Der Waldalgesheimstil Die reich verzierten Grabbeigaben aus dem Fürstinnengrab von Waldalgesheim geben diesem Stil den Namen. Ungezügelte Wellenranken, die sich in alle Richtungen winden, zieren Schmuck und Gebrauchsgegenstände.
3. Jahrhundert v. Chr.: Die Späten Stile Plastischer Stil: Zeigte sich der Dekor zuvor in der Fläche, so entstehen nun aus den Verzierungen plastische Körper: Die Ranken und Spiralen greifen in den Raum. In den dreidimensionalen Verzierungen sind stark abstrahierte Gesichter und figürliche Motive zu entdecken.
2. bis 1. Jahrhundert v. Chr.: Verblassen der keltischen Kunst Keltische Ornamente werden nur noch sparsam eingesetzt. Die Kompositionen verlieren an Raffinesse. Allerdings leben die keltischen Motive auf den Britischen Inseln weiter und erreichen eine neue Blüte.
1. bis 3. Jahrhundert n. Chr.: Die gallorömische Kunst Die römische Expansion erfasst die keltische Welt. In den Provinzen setzt sich die römische Lebensweise durch. Dabei entsteht eine Mischkultur, die als gallorömisch bezeichnet wird. Vereinzelt schlagen sich einheimische Darstellungsweisen im römischen Kunsthandwerk nieder.
7. Jahrhundert n. Chr.: Die irische Buchkunst In den reich bebilderten Evangelienbüchern findet die keltische Kunst einen letzten Höhepunkt. Die abstrahierten keltischen Ornamente vermischen sich hier mit Motiven des germanischen Tierstils.
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